Schematische Übersicht über die römischen Fernstraßen im südöstlichen Bayern.

Die römischen Fernstraßen nach dem Itinerarium Antonini (Itinerarium
provinciarum Antonini Augusti)
und der Tabula Peutingeriana

Itinerarium Antonini und Tabula Peutingeriana beschreiben jeweils
unterschiedliche Routen römischer Fernstraßen zwischen Iller und Salzach.
Trotz der fehlenden “Verwandtschaft” und unterschiedlicher Entstehungszeiten
der
beiden Quellen lassen sich vier “gemeinsame” Routen erkennen.
Quelle:
http://hans-bauer-erding.de/html/routenskizzen.html
Buchtipp:
http://books.google.de/books

http://www.viajulia.de
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Römerstraßen im Algemeinen.
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Aufbau einer Römerstraße
Eine römische Straße hatte einen bis zu 1 Meter starken
Straßenkörper. Dieser bestand aus mehreren Schichten. Als Untenbau
diente gestampfter Lehm. Darüber kam das statumen, eine
Schicht aus Kalkstein mit Mörtel zur Verfestigung. Die nächsten
Schicht (ruderatio) bestand aus faustgroßen Kieseln und darüber kam
eine weitere Schicht aus nussgroßen Kieseln (nucleus). Vor allem auf
den wichtigsten Fernstraßen, auf Steigungen oder Abschnitten, die
besonders gegen Witterungseinflüsse geschützt werden sollten, wurde
der Straßenkörper mit einer Schicht aus Kopfsteinpflaster oder aus
sauber gearbeiteten Steinplatten abgeschlossen. Ansonsten bestand
die Deckschicht aus grobem festgewalztem oder gestampftem Kies oder
Sand. Zu den Seiten hin war die Fahrbahndecke abgerundet, so dass
das Oberflächenwasser schnell in die seitlichen Regenrinnen
abfließen konnte. An Hängen herunterlaufendes Wasser wurde mittels
Kanälen unter den Straßen durchgeleitet, um unkontrolliertes
Unterspülen der Straßen zu verhindern.
Schon 450 v. Chr. legte das Zwölftafelgesetz (Einstiges
Stadtrecht der republikanischen Stadt Rom) die Straßenbreite fest:
"Die Wegbreite ist im geraden Stück acht Fuß (2,48 m), bei Biegungen
sechzehn Fuß (4,96 m)." Die Straßen mussten in den Kurven größer
sein, da die Römer recht primitive Wagen hatten, die nur selten mit
einer schwenkbaren Vorderachse ausgestattet waren.
An den Straßen informierten sich Reisende und Kuriere an
Meilensteinen, wie weit es noch bis zur nächsten Station oder
Siedlung war. Die Entfernung wurde in Meilen (eine römische Meile =
1.478 m) angegeben. Auch der Name des Kaisers, der sich um den
Ausbau der Straße verdient gemacht hatte, gelegentlich auch der
eines privaten Geldgebers, stand auf solchen Steinen zu lesen. Auf
dem römischen Straßennetz konnte die kaiserliche Post am Tag auch
Dank zahlreicher Relaisstationen (u.a. zum Pferdewechsel) ca. 200 km
zurücklegen. Das ausgebaute Straßennetz im römischen Imperium
umfasste ca. 80000 km. |

Schnitt durch eine Römerstraße.

Römerstraße, schön zu erkennen die Wölbung zur Straßenmitte, um
das Wasser zur Seite abzuleiten.
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Die Straßenarten, deren Bau und Finanzierung |
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Die viae publicae ("Staatsstraßen") oder
viae
militares ("Heerstraßen") wurden zentral von Rom aus
geplant, bezahlt und gebaut. So schreibt Diodorus Siculus in dem
Geschichtswerk "Historische Bibliothek", daß der Bau
der Via Appia die öffentlichen Kassen total erschöpft habe.
Außerdem ist von Julius Caesar überliefert, daß er um den
Straßenbau zu finanzieren, Sklaven verkauft habe und Statuen,
die zu seinen Ehren errichtet worden waren, einschmelzen ließ.
Aber der Staat konnte auch auf Unterstützung von Privatleuten
hoffen, da diese ihren Namen gerne auf Meilensteinen sehen
wollten. Um eine Vorstellung der Kosten zu bekommen, sei hier
gesagt, daß im 2. Jh. n. Chr. die Wiederherstellung einer Meile
der Via Appia 100.000 Sesterzen (knapp 10.000 Euro) kostete. Die
gesamte Via Appia mit ihren ca. 364 röm.
Meilen (ca. 539 km) dürfte also etwa 3,4 Millionen Euro gekostet haben. |
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Bau
einer Straße durch römische Legionäre |
Viae publicae wurden meistens von Soldaten und von zu
Zwangsarbeit verurteilten Menschen gebaut. Die Armee wurde
deshalb herangezogen, da sie z. B. 68/69 v. Chr. 360.000 Mann
umfaßte, die aber nicht alle im Kriegsdienst standen und
trotzdem bezahlt werden mußten, und anstatt nun zusätzlich
Arbeitskräfte für den Straßenbau zu finden, war es billiger,
Soldaten zu nehmen. Bei ihnen war diese Plackerei natürlich
nicht sehr beliebt und es gab genug Drückeberger, wie z. B.
Julius Apollinaris, von dem einige Briefe aus Ägypten an seine
Eltern erhalten sind. Da er des Lesens und Schreibens mächtig
war, bewarb er sich gleich zu Anfang als Librarius (Sekretär)
und wurde prompt Legionslibrarius mit Aussicht auf Beförderung.
Damit war er ein Principalis, ein Soldat, der aufgrund besonderer
Aufgaben, wie Librarius oder Handwerker, von den allgemeinen
Dienstleistungen, u. a. Straßenbau, freigestellt war. Julius
Apollinaris frohlockte in einem Brief an seine Mutter: "Ich
danke dem Gott Serapis und einem gütigen Schicksal. Während alle anderen den ganzen
lieben langen Tag schuften und Steine klopfen, bin ich jetzt ein Principalis,
stehe herum und brauche nichts zu tun."
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| Die Soldaten kannten die
Straßen aber nicht nur vom Bauen.
Durch den Militärschriftsteller Vegetius ist uns
überliefert, daß die Soldaten in den Sommermonaten in voller
Ausrüstung (40 kg) einen Marsch von 20 - 24 röm. Meilen (ca. 45
- 53 km) in 5 Stunden absolvieren mußten. Hierbei entwickelten
sie den Vorgänger des Stechschritts, um nicht über unebene
Steinplatten im Pflaster zu stolpern. |
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Im Gegensatz zu den Soldaten waren die Zwangsarbeiter arm
dran, denn bei Ausgrabungen entlang von Römerstraßen findet man
des öfteren Skelette von Strafgefangenen, die wahrscheinlich vor
Erschöpfung starben und mitsamt ihren Ketten verscharrt wurden.
Es ist uns auch überliefert, daß es mit der Rechtssicherheit nicht besonders
weit her war, wenn gerade Arbeitskräfte für den Straßenbau gesucht
wurden. So genügte für einen Menschen aus einer niederen
Volksschicht, der auf keine Protektion zählen konnte, eine
Verurteilung wegen eines Garderobendiebstahls in einem Bad, wegen
übler Nachrede gegen eine Respektsperson oder wegen eines ähnlichen
"Schwerverbrechens". Manchmal
wurden auch Tatbestände erfunden um die Reihen der
Gratisarbeitskräfte zu füllen. Was die Bauleistung betrifft, so waren die Römer recht flott, denn sie
lag z. B. in Großbritannien bei 2 - 7 Tagen für einen Kilometer. |
Die nächste Kategorie der Straßen waren die
viae vicinales, die Provinzstraßen. Sie mußten von Provinzen
gebaut und unterhalten werden. Auch größere Städte konnten
verpflichtet werden, eine Straße zur nächsten Ortschaft zu
bauen. Hierfür standen selten Soldaten als Arbeitskräfte zur
Verfügung, sondern Sträflinge und Sklaven der Gutsherren, deren
Besitz an die Straße grenzte, machten die Arbeit. Dabei hatten
es die Sklaven besser als die Sträflinge, denn sie stellten
lebendes Kapital ihrer Besitzer dar, das man nicht einfach
vergeudete.
Zur Instandhaltung dieser Straßen wurden teilweise auch junge
Männer aus einer Kommune verpflichtet, die zwei Jahre für die
Straße zu sorgen hatten. Die dritte Art von Straßen waren
Privatstraßen, sog. viae privatae, zwischen Gutshöfen und
kleinen Orten, die von Sklaven angelegt wurden. |

Groma, römisches Vermessungsinstrument
(Kombination von Lot und Visierkreuz) |

Meilenstein des Septimius Severus
an der Straße Heidenheim-Regensburg
Nachbildung - Kösching - Landkreis Eichstätt |
Viae
urbicae - Städtische Straßen Hier lag die Zuständigkeit ganz
klar bei den Stadtgemeinden, die die Finanzmittel und den Grund
bereitstellen mußten. Städtische Straßen konnten allerdings mit
einer viae publicae oder einer viae vicinales zusammenfallen.
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Das römische Längenmaß war der Fuss
(pes) = knapp 0,3 Meter.
5 Fuss ergaben einen Doppelschritt
(Passus) = etwa 1,5 Meter
125 Doppelschritte ergaben ein Stadium
= etwa 185 Meter
1000 Doppelschritte ergaben eine
römische Meile = etwa 1,5 Kilometer |
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