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Das römische Kastell Künzing wurde etwa 90 Jahre nach
Christi Geburt erbaut. Die
Rekonstruktion des historischen Ablaufes sowie den
archäologischen Nachweis für die Art der unterschiedlichen
Umwehrungen und der Gliederung der Innenbebauung der
insgesamt vier Bauphasen des Kastells, ist den Ausgrabungen
zu verdanken, das Kastell erstreckte sich zu beiden Seiten
der Bundesstraße in einem Rechteck von 165,5 mal 132,5 m
(nutzbare Innenfläche 1,96 Hektar), und zwar so, dass heute
die Künzinger Pfarrkirche Sankt Laurentius am nördlichen
Außenrand und die Volksschulanlage im südöstlichen Teil des
Kastellbereichs liegt. Nach einigen Ziegelstempeln war die
Besatzung des mittelkaiserzeitlichen Donaukastells der
beiden ersten Bauphasen die 3. Thrakerkohorte, eine 500 Mann
starke Reiter- und Infanterie-Einheit

In der ersten Phase von etwa 90 bis 120 n. Chr. bestand die
Wehrmauer aus einer hölzernen Palisadenwand, hinter die ein
Erddamm geschüttet war; rund um die Kastellmauer war in
konzentrischer Form ein Verteidigungsgraben angelegt.
Die zweite, etwa von 120 bis 135 n.
Chr. zu datierende Bauphase wies eine Holz-Erde-Mauer mit
senkrechter Vorder- und Rückfront von 4,80 m Breite auf, vor
der nunmehr zwei Gräben ausgehoben waren.
Die 3. Thrakerkohorte wurde mit zum
jüdischen Feldzug Kaiser Hadrians von 132 bis 136 n. Chr.
abkommandiert. Nach der Rückkehr war Gnotzheim in
Mittelfranken neuer Aufenthaltsort. Die Anlagen in Künzing
werden danach von einem kleineren Kommando noch eine längere
Zeit instand gehalten worden sein, ehe sie für eine neu
einrückende Truppe vollkommen neu gebaut wurden.

Zwischen 150 und 160 n. Chr. kam
eine neue Einheit, vermutlich die 5. Bracaraugustanerkohorte.
Der überlieferte Name Quintanis-Künzing dürfte auf die
letzte Besatzung dieses Kastells zurückgehen. Sie errichtete das Kastell
der dritten Phase von Grund auf neu als Steinkastell,
während die Innenbauten weiterhin in Holzausführung waren.
Den vorhandenen Gräben wurden drei weitere hinzugefügt, so
dass nun fünf Verteidigungsgräben um das Kastell gezogen
waren, deren äußerster rund 42 m vor der Mauer lag.
In der vierten Bauphase von etwa
200 n. Chr. war der ebenfalls steinernen Wehrmauer wie in
der ersten Periode nur noch ein Schutzgraben vorgelegt. Es
erfolgte noch die teilweise Umgestaltung des Stabsgebäudes
in Stein, wovon noch das hufeisenförmige Fahnenheiligtum
Zeugnis ablegt.
Ein Modell aus Holz
(2. Bauperiode) befindet sich
in der Künzinger Schule |