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Im Zuge der römischen Okkupation des Landes bis zur
Donau (Provinz Raetia) wurde um die Jahre 79/81 ein Kastell
eingerichtet, das die Grenze an der Donau deckte. Sein Name
zur Römerzeit ist nicht bekannt. Wie andere Anlagen auch war
es ursprünglich als Holz-Erde-Bau ausgeführt und wurde im 2.
Jahrhundert in Stein ausgebaut sowie von 2 auf 2,86 ha
erweitert. Belegt war das Kastell, wie durch Inschriften und
Ziegelstempel nachgewiesen ist, von wechselnden
Auxiliareinheiten, von denen die cohors III Britannorum
equitata und die cohors II Aquitanorum equitata bekannt
sind, Einheiten von knapp 500 Mann, die zu etwa einem
Viertel aus Kavallerie bestanden. Im Osten
und Süden der Militäranlage entstanden zivile Ansiedlungen (vicus)
mit Häusern aus Holz und Stein (Streifenhäuser) und den
üblichen Gebäuden wie Rasthaus (mansio) und Kastellbad. Es
gab Ziegeleien, Töpfereien und metallverarbeitende
Werkstätten. Gräberfelder waren wie üblich an den
Ausfallstraßen angelegt. Auf dem Bahngelände im Norden wurde
der größte römische Friedhof in Deutschland entdeckt, in dem
sich auch der Grabstein einer Sarmannina fand. Mit der
Zeitstellung um 400 n. Chr. handelt es sich um die älteste
bezeugte Christin Raetiens. Gleichzeitig entstand 1,5 km
weiter nördlich, am rechten Ufer der Donau, eine andere
Siedlung, die vermutlich zu einem weiteren Kastell gehörte,
von dem bisher nichts gefunden werden konnte, weil es später
vom zivilen Bereich des Legionslagers (canabae legionis)
überbaut wurde.
Lager wie zivile Siedlung gingen in den
Markomannenkriegen (166–180 n. Chr.) unter, bezeugt durch
Brandschichten, die allenthalben von militärischen
Ausstattungsgegenständen durchsetzt sind. Die Wichtigkeit
des Platzes geht daraus hervor, dass nicht etwa das Kastell
neu errichtet wurde, sondern die Legio III Italica, die
bisher an anderen Orten der Provinz stationiert war, hier
etwa 175 ihr Lager zu bauen begann. Möglicherweise kam es
zum Untergang ganz früh nach 166, bei Streifzügen der
Germanen noch vor dem Einsetzen der eigentlichen Kämpfe, wie
aus dem Münzfund hervorgehen könnte. Andere Funde beweisen
den Zerstörung spätestens im Jahr 172.
Die Reste des Kastells sind erst 1927 entdeckt
worden. 1994 wurde es von Andrea Faber umfassend
veröffentlicht, doch haben spätere Grabungen ergeben, dass
es sich um 44 m weiter nach Westen erstreckte als von ihr
angenommen worden war. |